Anbau von Balkonen an ein in die Denkmalliste eingetragenes Fachwerkhaus (MFH), Baujahr 1874
Die Arbeiten wurden unter besonderen Auflagen der Denkmalschutzbehörde ausgeführt. Die Verschieferung mußte erhalten werden. Die Farbgebung der Balkonkonstruktion sowie die Ausführung der Brüstungselemente in Klarglas (Herstellung von Transparenz) und der Balkontüren aus Holz waren vorgegeben und einzuhalten.
Um eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Balkonsystem und Gebäude herzustellen, wurde die Verschieferung und das darunterliegende Fachwerk freigelegt. Die Verschieferung wurde nach Beendigung der Umbauarbeiten wieder angepaßt.
Die Montage der Balkone gestaltete sich schwierig. Die anliegende Straße mußte gesperrt, die Balkone per Kran über das Dach gehoben werden.
Wandauflagekonsolen am Treppenhaus und runde, frontseitig eingerückte, Stützen tragen das Balkonsystem. Die dafür notwendigen Fundamente mußten von Hand eingebracht werden. Die Entwässerung wurde in die Balkonstützen integriert.
Die Brüstungselemente bestehen aus eingefaßtem Klarglas, geben so den Blick auf die Fassade mit der Verschieferung frei. Die Brüstungspfosten wurden vor dem Balkonrahmen angebracht. Dieser erhielt eine Beschichtung aus RAL 7004 "Signalgrau". Stützen, Pfosten, Handlauf und Einfaßprofile erhielten einen Farbauftrag in RAL 7012 "Basaltgrau".
Durch eine gelungene Kombination aus modernen Materialien, wie Aluminium und Glas, und schützenswerter Bausubstanz konnte dieses denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus mit einem hochwertigen Balkonsystem ausgestattet werden, sein Wohnwert so beträchtlich gesteigert werden.